Wie hat man eigentlich früher gebadet? – Das historische Bäderleben an der Ostsee

Die ersten Badeanstalten an der Ostseeküste waren Ende des 19. Jahrhunderts noch streng getrennt nach Damen und Herren. Sie wurden in der Regel gute 100 m oder mehr entfernt voneinander errichtet. Aus heutiger Sicht lässt sich dazu vielleicht sagen, frei nach Goethe: „Es irrt der Mensch, so lang er badet.“ 1900 eröffnete die erste Kühlungsborner Badeanstalt im Ortsteil Brunshaupten. Schon ein Jahr später erfolgte ein umfassender Umbau, der mehr Stabilität sowie neue Zugänge brachte. In beiden Ortsteilen werden außerdem längere Seebrücken errichtet. Sie fungieren gleichzeitig als Brückenpromenade und als Seesteg zum An- und Ablegen für Schiffe. Einen Sprungturm, der sich besonders bei Kindern und jungen Männern großer Beliebtheit erfreute, gab es allerdings nur in Brunshaupten. In Arendsee wurde um 1908 ein Damenbadehaus neu errichtet, nachdem es vorher nur behelfsmäßige Einrichtungen gab. Drei Jahre später korrigierte man diese Ungerechtigkeit und baute ein Herrenbad, aus welchem 1912 dann ein Familienbad hervorging. Hochgeschlossen ging man trotzdem. Im Winter 1927/ 28 musste der ursprüngliche Bau ersatzlos abgerissen werden. Der Einrichtung für die Männerwelt erging es ebenfalls nicht besser, ihr Betrieb wurde 1942 eingestellt, der Abriss folgte 1945.

Es dauerte nicht allzu lange, bis sich schließlich am Ostseestrand das Freibad und damit ein ungezwungenerer Umgang zwischen den Geschlechtern durchsetzte… Mehr ist zu lesen in der aktuellen Ausgabe des “Kühlungsborner Magazins”. Dort finden sich auch einige historische Badefotos und Ansichten der alten Badeanstalten in Kühlungsborn.

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