Durch die Entwicklung und den Start der ersten Fernrakete der Welt in der Heerestechnischen Versuchsanstalt wurden zwischen 1936 und 1945 die Geschicke dieses Ortes geprägt. Mit den Raketen V 1 sowie V 2 schrieb die militärische Forschung leider ein unrühmliches Kapitel Geschichte. Sie wurden erstmals von hier aus gezündet. Auch nach dem Krieg blieb das Gelände Sperrgebiet und wurde von Truppen des Warschauer Paktes bis zur Wende genutzt. Von Aufstieg und Fall einer technischen Idee und den zugehörigen Liegenschaften und Gebäuden zeugt heute das Historisch – Technische Informationszentrum. Im ehemaligen Kraftwerk des Objektes gelegen, präsentiert eine Dauerausstellung Exponate zu diesem vergangenen Zeitraum. Man kann dennoch sagen, dass von Peenemünde aus der Griff in die Sterne seinen Anfang nahm, wenn auch unter ungünstigen Voraussetzungen.
Bekannt geworden ist der seit 1282 existierende Ort vor allem durch seine historischen Zeugnisse und Denkmäler, die bis in unsere Tage wirken. Neben dem Informationszentrum ermöglichen das weltweit größte U-Boot-Museum sowie eine physikalisch ausgerichtete „Phänomenta“-Ausstellung interessante technische Einblicke. An der nördlichsten Spitze Usedoms gelegen bietet sich landschaftlich vor allem die Mündung des über 20 Kilometer langen Peenestromes in die Ostsee. Die Peene ist gleichzeitig einer der drei Mündungsarme der Oder ins Meer. Hier findet sich nicht nur ein beliebtes Segelrevier, sondern auch ein bedeutender Lebensraum für Wasservögel inmitten zahlreicher Sandbänke. Dieser Bereich wurde aufgrund seines Vogelreichtums schon 1925 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Am alten Militärflughafen können Besucher heute Charter- und Rundflüge buchen.