Geschichte der Kühlungsborner Seebrücken

Ahlbeck besitzt die älteste, und Heringsdorf die längste an Deutschlands Küsten. Aber eigentlich hat jede der Seebrücken des Landes ihren besonderen Reiz. Wussten Sie schon, wie viele es insgesamt sind? Nach der offiziellen Statistik des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern kommt unser Bundesland auf die respektable Zahl von 19 Seebrücken. Die mit Beginn der Bäderentwicklung anfangs nur als Landungsbrücken für Ausflugsdampfer und Fähren gebauten Stege entwickelten sich rasch zu beliebten Flaniermeilen über die wogende See. Tüchtige Geschäftsleute ergänzten sie um Restaurants, Musikpavillons, Tanzsäle und Läden, um Kaffeeterrassen oder Casinos. Seit 1991 ist in Kühlungsborn die 240 Meter messende Seebrücke zu bestaunen. Sie ist ein beliebter Platz, um dem anderen Element so weit wie möglich nahe zu kommen und den frischen, salzigen Geruch des Meeres aufzunehmen. Hier legen sogar Fahrgastschiffe der Routen nach Grömitz, Warnemünde oder Rerik an. Sie war allerdings nicht die erste am Ort. Um die Jahrhundertwende herum gab es zwei Seebrücken, in den beiden Ortsteilen Arendsee und Brunshaupten. In Arendsee existierte bis 1903 nur ein hölzerner Landungssteg. Eine richtige Seebrücke wurde 1906 erbaut, maß um die 230 Meter Länge und hatte es am Brückenkopf mit einer Wassertiefe von vier Metern zu tun. Eine Besonderheit war der Brückenbelag. Man trug ihn jeweils im Herbst ab und lagerte ihn an Land. Im folgenden Mai wurde der Steg zur Saisoneröffnung dann wieder begehbar gemacht – ein historisches Procedere. In Brunshaupten musste die Schwesternbrücke mehrere harte Winter überstehen, die ihre Spuren hinterließen. Der um 1900 erbaute hölzerne Landungssteg erlebte 1928/29 zum ersten Mal seine Zerstörung durch Eis. Um überhaupt Teile der Holzkonstruktion zu erhalten, wurden die Eistrümmer sogar teilweise gesprengt. Die dann 1932 errichtete Beton-Holzkonstruktion maß bereits 320 Meter. Auch sie wurde im Eiswinter 1942 zerstört. Die noch eine Weile in Dämmerschlaf versunkenen, 80 Meter langen Überreste fielen 20 Jahre später endgültig ans Meer zurück. Die Geschichte schlug erst wieder ein neues Kapitel auf, als zu Beginn der 90er Jahre eine rege Bautätigkeit an der gesamten Ostseeküste aufkam, die bis in unsere Tage andauert.

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