Am Rande der Güstrower Altstadt wartet das bedeutendste Renaissanceschloss Norddeutschlands mit seinem südländischen Charme. Herzog Ulrich von Mecklenburg ließ es ab 1568 als herrschaftliche Residenz errichten. Als Baumeister verpflichtete er den Lombarden Franz Parr und den Niederländer Philipp Brandin. Ihnen gelang eine für die Zeit und Region einzigartige Synthese italienischer, französischer und deutscher Baugedanken. Aus der Erbauungszeit haben sich prächtige Stuckdecken erhalten, die zu den bemerkenswertesten Norddeutschlands zählen. Besonders prachtvoll präsentiert sich die kuriose Festsaaldecke von 1620 mit vorwiegend exotischen Jagdszenen nach niederländischen Kupferstichen.
Nach einer umfassenden Restaurierung in den Jahren 1963 bis 1978 erstrahlt ein Großteil der historischen Repräsentationsräume wieder in ursprünglicher Pracht. Seit 1972 zeigt das Schloss Güstrow umfangreiche Teile der Kunstsammlungen des Staatlichen Museums Schwerin. Die stimmungsvollen Gewölbe des Untergeschosses bergen eine bedeutende Abteilung mittelalterlicher Kunst. Vom hohen Prestigewert feudaler Jagdvergnügungen zeugt eine wertvolle Kollektion herzoglicher Jagd- und Prunkwaffen. In den früheren Hofstuben, Wohn- und Empfangsräumen lassen kostbare Gemälde, Skulpturen und Möbel der Renaissance und des Barock Glanz und Internationalität des ehemaligen Fürstensitzes wieder aufleben. Wo einst die Herzöge mit ihrem Hofstaat residierten, sind heute eine reichhaltige Glassammlung und ausdrucksstarke Beispiele ostdeutscher Porträtmalerei zu bewundern.