Das Land der Klöster und der Backsteingotik

Es ist die spannende Zeit des Mittelalters, in der die Klöster ihre Blütezeit erlebten. In dem einst vom heidnischen Glauben geprägten Norden mit seiner urwüchsigen Landschaft fanden Missionare unterschiedlichster Glaubensgemeinschaften ein fruchtbares Betätigungsfeld. Zunächst gingen nur die Mönche »in Klausur«. Geschickt organisierten unter anderem Zisterzienser und Prämonstratenser Kirchengemeinden und Landwirtschaft. Erst später entstanden Nonnenklöster. Manch adlige Tochter fand hier Aufnahme.

Mächtige Abteien wie in Doberan und Dargun verhalfen den Zisterziensern zu einer gewissen Vormachtstellung im Land. Emsig kultivierten die Ordensmitglieder Sümpfe und Brachland, verpflichteten neue Siedler als Bauern und Handwerker. Gesammeltes Pflanzenwissen verwandelten sie in segensreiche Klostermedizin. Die weltlichen Fürsten schätzten die frommen Gelehrten als kluge Berater. Als geschickte Landwirte und Händler versorgten die Zisterzienser die hungrigen Städter mit den Früchten ihrer Feld- und Gartenarbeit. Auch förderten sie die Pferde- und Fischzucht. Ganz nebenbei schufen die Zisterzienser eine völlig neue Ästhetik in der Baukunst. Anstelle figürlicher Darstellungen entwickelten die Mönche aus Blätterranken und verschlungenen Mustern eine eigene Form der Ornamentik, mit der sie die hohen Kirchenhallen schmückten.


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